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Der Neuanfang

 

geschrieben von Volker Worm

 

Seit dem Schreiben der vorstehenden Erinnerungen und ihrer Veröffentlichung durch meinen ehemaligen Mitstreiter Jürgen Meißner auf seiner Internet-Seite "Formel 1 des Ostens" und dem Abdruck im 2004 erschienenen und von Henrik Medrow hervorragend gemachtem Bildband  "Von Rennpappe, Easter & Co" sind mittlerweile eine ganze Reihe von Jahren vergangen. Nach dem Ende der von Lutz Blütchen organisierten Formel Euro gab es nur noch einige wenige, die mit den Fahrzeugen des ehemaligen Ostblock auf den Rennstrecken unterwegs waren. Meist wurden nur Gleichmäßigkeitsläufe gefahren, mit richtigem „ Racing“ hatte das aber nur wenig zu tun. Am 18.10.2004 jedoch wurde auf Initiative von Stromhardt Kraft die HAIGO gegründet, was von mir und meinem Sohn mit großem Interesse verfolgt wurde, allerdings vorerst nur als Zuschauer. 2005 fanden dann die ersten Rennen statt und es zeichnete sich ab, dass diese neue Serie auch längerfristig Bestand haben würde und sich zu einem Erfolgsmodell entwickeln könnte.alt

Regelmäßige Besuche bei den Rennen 2005 u. 2006 ließen bei uns langsam das Interesse wachsen, wieder mit aktiv in die Szene einzusteigen. Auch meine Ehefrau, mir der ich mehrfach als Gast bei der Meisterehrung der HAIGO zugegen war, freundete sich allmählich mit dem Gedanken eines Wiedereinstieges an, wenn auch nicht als Ehefrau, sondern als Mutter eines Rennfahrers. Uns beiden war völlig klar, das nicht ich, sondern unser rennverrückter Sohn Tobias das Auto fahren würde. Das Tobias nicht untalentiert war, hatte er mehrfach bei Langstreckenrennen auf der Kartbahn bewiesen, bei denen er immer zu den schnellsten Fahrern gehörte.alt

In den nächsten zwei Jahren musste das Vorhaben MT 77 jedoch auf Eis gelegt werden. Im Frühjahr 2007 erkrankte meine Frau sehr schwer und verstarb dann im September des Folgejahres, wenige Tage vor ihrem 55.Geburtstag.

Gegen Ende des Jahres 2006 hatte Tobias mit dem Autorennen am Computer angefangen, nicht irgendein Computerspiel, sondern online. Faszinierend, wenn sich Russen, Japaner, Chinesen und viele andere im Internet verabreden und nach strengem Reglement und auf täuschend echt aussehenden Rennstrecken fahren und das mit Autos, die genau wie die "Echten" perfekt abgestimmt werden müssen, um damit Erfolg haben zu können.

In der Rennserie „ WTCC-DLM „ einer von deutschen Fahrern gegründeten Liga, konnte Tobias 2007 sogar auf Anhieb mit einem BMW Deutscher Liga-Meister werden.alt

Das das ganze über das übliche Computerspielen weit hinaus geht, zeigt die Tatsache, das neben vielen anderen „ echten Rennfahrern“ auch fasst alle Teams der Formel 1 in ihren Simulatoren die gleiche Software verwenden, so z.B. Red Bull und Mercedes GP.

Im Frühjahr 2009 hatte Tobias mittlerweile einen vernünftigen Arbeitsplatz als Meister gefunden, zwar nicht in Leipzig, aber in der Nähe in Merseburg. Damit war die Gefahr gebannt, vom Arbeitsamt irgendwohin in die Wüste geschickt zu werden und der Realisierung unseres Vorhabens stand nun nichts mehr entgegen.

altNach intensiver Beratung, im Sommer 2009, gründeten wir als erstes ein Rennteam, vorerst bestehend aus Tobias und mir, und gaben uns den Namen Worm-Motorsport. Am Computer wurde ein entsprechendes Logo entwickelt und auch schon die Teambekleidung in Auftrag gegeben. Als nächstes schrieb ich an ORWO, einen Fotodienstleister, der den bekannten Markennamen der Bitterfelder Filmfabrik übernommen hat. Für diese war ich zu DDR-Zeiten viele Jahre Werbung gefahren und ich hätte mein Auto auch gern wieder in den ursprünglichen Farben lackiert, natürlich nur für einen angemessen dotierten Sponsorvertrag.

Leider wollte der Fotodienstleister die günstige Chance auf attraktive Werbung nicht ergreifen und ich erhielt ich eine Absage. Da wir ja im historischem Rennsport fahren, muss dem Reglement entsprechend auch die Werbung historisch sein, somit kamen für mich noch die ehemaligen Volkseigenen Kombinate Baumwolle und Centrum-Warenhäuser in Frage, für die ich auch einige Jahre gefahren war. Bei denen konnte ich leider nicht wegen Sponsoring nachfragen, die gibt es bekanntlich nicht mehr. Trotzdem wurde beschlossen, das Auto wieder in B & C zu gestalten, optisch ein voller Erfolg, wie man heute sehen kann.

Aber noch war es lange nicht soweit, vorerst war in den nächsten Monaten viel Arbeit angesagt. Ein besonderer Schwerpunkt war die Karosserie, mit unzähligen Schichten Farbe versehen, an vielen Stellen eingerissen, mit einem großem Ausschnitt für die nach der Wende montierten Webervergaser, hier war vor allem eins gefragt, schleifen, schleifen und nochmals schleifen, Natürlich vor allem mit der Hand, auf Grund der vielen Rundungen ging das mit der Maschine nur an wenigen Stellen. Nachdem die Karosserie von jeglicher Farbe befreit war, wurde von einer noch originalen Karosserie der Bereich um den Vergaser abgeformt, das so entstandene Negativ an die betreffende Stelle meiner Karosserie von außen angeschraubt und dann von innen die ursprüngliche Form wieder laminiert. Es wurden ein neuer Tank, ein neues Heckunterteil sowie ein neuer Heckflügel angefertigt, unzählige Kleinteile hergestellt, ein neuer Sitz ( passend für meinen schlanken Sohn ) wurde laminiert und vieles andere mehr. Natürlich hätten wir auch manches neu kaufen können, aber das hätte unsere Kalkulation weit gesprengt. So haben wir aus Kostengründen z.B. auch die Bremssättel selbst überholt und dabei fast den Gegenwert eines Satzes Reifen eingespart. Den Motor und das Getriebe hatte ich schon einige Jahre zuvor überholt, die brauchten wir zum Glück nur noch einzubauen.

Zwischendurch besuchten wir im Herbst 2009 die Meisterschaftsfeier der HAIGO, schon in Teamkleidung, einige schauten ganz komisch und fragten sich sicher, wer wir sind, die alten Freunde von früher jedoch freuten sich, erkannten sie doch an unserem Auftreten, das wir 2010 an den Start gehen würden.

Der Winter 2009 / 2010 war lang und kalt, trotzdem konnte keine Pause eingelegt werden, in jeder freien Minute wurde am Auto gearbeitet, auch an den Wochenenden. Trotz der vielen Eigenleistungen mussten natürlich auch viele Dinge neu gekauft werden, Feuerlöschanlage, Sicherheitsgurte, Bremsscheiben und Beläge, Felgen und natürlich neue Reifen. Auch die komplette Fahrerausrüstung musste neu angeschafft werden.

Mitte Februar war es dann endlich soweit, die Karosserie war gespachtelt und grundiert und fertig für den Farbauftrag.

Die Fa. Goldschmidt, ein schon zu DDR-Zeiten bekannter Autolackierbetrieb aus Leipzig-Schönefeld und heute im Gewerbegebiet Leipzig Nordost angesiedelt, erledigte die aufwendigen Lackierarbeiten. Der heutige Inhaber, Tino Goldschmidt, konnte sich noch erinnern, dass in der damaligen Lackiererei seines Vaters schon einmal mehrere Autos in diesen Farben lackiert wurden.

Renntrabi im B&C DesignIm Herbst 1986 schloss der damalige Motorsportclub Kraftverkehr Leipzig einen lukrativen Werbevertrag mit dem Baumwollkombinat und dem Kombinat Centrum-Warenhäuser ab, in dessen Folge der MC KVL einen Rennwagen MT 77 anschaffen sowie den Fahrern in den Folgejahren nicht unbeträchtliche finanzielle Mittel zur Verfügung stellen konnte. So wurden Anfang 1987 die Rennwagen von Steffen Göpel, Frank Thalmann und Volker Worm in Rot für die Baumwolle lackiert. Der neu angeschaffte MT, gefahren von Jürgen Schaffert, wurde mit der B&C Werbung versehen, ebenso wie der Renntrabant von Horst Balanski. Auch die beiden Renntourenwagen der Gebrüder Jens und Heiko Gaida, die nach der Wende als Jägermeistertrabbis berühmt wurden, erstrahlten 1997 in den Farben weiß, rot und blau für B & C.

Gemeinsam mit Tino Goldschmidt suchte ich mit Hilfe alter Fotos die Farben aus und nach einer Woche kam der Anruf, die Karosse war fertig lackiert und zum Abholen bereit. Nach erster Besichtigung war ich hellauf begeistert und konnte mit großer Dankbarkeit zur Kenntnis nehmen, dass die Fa. Goldschmidt jegliche Bezahlung ablehnte, nur folgerichtig, dass heute unser Auto einen Schriftzug der Autolackiererei Goldschmidt trägt.

Nun konnte endlich die Karosserie angebaut und die Werbebeschriftung, unser Teamlogo sowie die Startnummern aufgebracht werden, zwei Tage dauerte das noch und dann war es endlich vollbracht, der dreiunddreißig Jahre alte Rennwagen war fertig rekonstruiert und erstrahlte in neuem Glanz.

alt

 

Wir hatten es gerade noch rechtzeitig geschafft, am nächsten Tag war Sonntag, der Testtag in Most. Den Motor hatte ich immerhin etwa 5 Sekunden laufen lassen, er war angesprungen, dann hatte ich ihn wegen der Nachbarn sofort wieder abgestellt. Das Auto war aber noch keinen Meter aus eigener Kraft gerollt.

Mit freundlicher Genehmigung von Merten Borvitz, dem Leiter der DEKRA-Niederlassung Leipzig, konnten wir noch am Samstagnachmittag auf dem DEKRA-Gelände den Motor richtig laufen lassen und auch mittels Stroboskop die Zündung einstellen. Dabei konnte ich auch einige langsame Runden fahren und zumindest die Funktionstüchtigkeit der Kupplung und des Getriebes prüfen. Noch einige Kleinigkeiten einstellen, alles auf den Anhänger verladen und ab nach Most. Wir waren bereit für die

 

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